Das Planetarium

Da die Beobachtung des Nachthimmels häufig durch Wolken oder andere Faktoren wie „Lichtverschmutzung“ oder auch nur späte kalte Nächte schwierig ist, ist für den Unterricht eine Simulation des Nachthimmels eine optimale Alternative. Eine solche Simulation gelingt am besten in der Kuppel eines Planetariums, in der der Himmel durch eine Projektion dargestellt wird. Durch einen Zufall fand ich im Winter 2017 in einem Internetforum eine Anzeige, in der der Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e. V. eine Planetariumskuppel anbot. Ohne eine wirkliche Vorstellung, was damit anzufangen ist, schrieb ich den Verein an. Bei der Kuppel handelte es sich um Halbkugel mit einem Durchmesser von 1,5m, in die sich die interessierten Beobachter einzeln hineinstellen konnten. Weder die Kuppel selbst, noch der Preis waren für einen Astronomiekurs akzeptabel. Doch der Verein hatte noch eine Alternative. Zufällig war der Verein im Besitz von zwei großen Kuppeln mit einem Durchmesser von 5m. Eine hatten sie selbst im Betrieb, eine weitere lag ungenutzt im Keller, in Einzelteilen, ohne einen Aufbauplan und ohne die Gewissheit, ob alle Teile vorhanden waren und passten. Dafür war der Preis für die Kuppel lediglich der Schrottwert. Ein einmaliges Angebot, das man nicht ausschlagen konnte (nach etwas Überzeugungsleistung durch meine Frau). Und so kam die Kuppel in zwei großen Anhängern voller Einzelteile aber noch ohne Plan nach Bramsche.

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 Hier lagen die Teile zwei Jahre in unserem Garten ungenutzt, da sowohl der Plan fehlte, wie und wo man die Kuppel aufbauen soll und auch wie sie betrieben werden sollte (ein professioneller Projektor sprengt jegliches Budget), aber ebenso fehlte der Mut, sich überhaupt an dieses Projekt endgültig heran zu wagen.


Bis sich in den Osterferien 2019 zwei waghalsige Physik- und Astronomiekurse trafen und das Puzzle begannen.


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Langsam wuchs die Kuppel in die Höhe.  Während von Innen gestützt wurde, wurden von Außen die einzelnen Teile mit hunderten Blindnieten verbunden.

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Bis schließlich das letzte Loch geschlossen wurde.

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Am späten Abend stand tatsächlich eine Kuppel in meinem Garten.

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Nachdem nun der schwerste und kritische Teil vollbracht war, ging die Konstruktion in die nächsten Schritte. Im Sommer 2019 entstand eine Unterkonstruktion, die die Kuppel am Boden sicherte und eine Höhe zum Sitzen in der Kuppel ermöglichte. Hierzu trafen sich spontan einige ehemalige Astronomie-Schüler, die die Kuppel erst ein paar Meter weg trugen, um den Platz für die Unterkonstruktion frei zu machen, und ein paar Tage später die Kuppel zurück, auf den Unterbau trugen.

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So endete zunächst die „Bausaison“ 2019. Im Winter begann ich dann mit dem Versuch, einen Projektor für die Kuppel zu bauen. Die Idee: Das Bild eines Beamers mit Hilfe eines Fischaugen-Objektives für den Fotoapparat so weit auszudehnen, dass das Bild die Kuppel vollständig füllt. Erste Versuche hierzu hatte bereits der Astronomiekurs 2017 unternommen. Nun kam die Entwicklung aber durch bessere Objektive und Spiegel gut voran. Schnell zeigte sich, dass der alte VGA Beamer mit der Projektionsfläche überfordert war. Aber der Weg schien richtig. So musste erneut ein technisches Upgrade erfolgen zu einem gebrauchten Full-HD-Beamer, dieser führte zu brauchbaren Ergebnissen. Im Frühjahr 2020 ging es mit dem Innenausbau des Planetariums weiter. Zunächst wurde ein Boden eingezogen. Anschließend ging es in einer langwierigen Kleinarbeit darum, jeden Schlitz in der Kuppel, durch den Licht eindringen kann, bestmöglich abzudichten. Diese Aufgabe zog sich bis weit in den Sommer 2020. Abschließend wurde die Kuppel innen weiß lackiert, die Unterkonstruktion bekam eine Innenverkleidung mit Beleuchtung und integrierten Lautsprechern. Dann wurde die Kuppel durch einen Teppich und Sitzkissen wohnlich.  

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Zu Beginn des Schuljahres 2020 /2021 konnten dann die beiden aktuellen Astronomiekurse eine Generalprobe des Planetariums mitmachen. Schnell zeigte sich, dass eine Lüftung notwendig ist, die umgehend installiert wurde. Nun ist das Planetarium einsatzbereit, auch wenn stetig an Verbesserungen gearbeitet wird. Nachdem über die letzten Jahre die „Technik“ zum Laufen gebracht wurde, steht als nächstes die Gestaltung der Umgebung an, in erster Linie mit dem Anlegen von Wegen, zum Planetarium und zur Sternwarte.

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